Häufige Fragen

1Gibt es in Deutschland ein Feuertempel oder eine Anlaufstelle für Interessierte?
Leider noch nicht. Wir sind ein Junger Verein und es fehlen uns die Mittel für die Realisierung solch einer Zentrale in Deutschland.
2Gibt es Gemeinden in deutschland, welche öffentliche Veranstaltungen organisieren?
Es gibt zwar Veranstaltungen, jedoch sind die meisten davon nicht öffentlich.
3Sind Zarathustrier Feueranbeter?

Absolut nicht. Zarathustrier ehren das Feuer, welches Reinheit und Erleuchtung symbolisiert. Feuer ist eine Lichtquelle und Licht repräsentiert Weisheit, während Dunkelheit Ignoranz darstellt. Ignoranz und Dunkelheit sind das Fehlen von Weisheit und Licht.

Das Licht ist Ausfluss des Wesens AhuraMazda's, ein Ausstrahlen aus ihm. Gottsuchende sollen ihn in Licht suchen. Deshalb ist Licht die Gebetsrichtung für Zarathustrier.

4Bedeutet der Dualismus im Zarathustriertum, dass es einen Teufel gibt und er sogar genauso stark ist wie AhuraMazda-Schöpfergott?

Nein. Die Gathas des Zarathustra stellt den religiösen und philosophischen Kern bzw. die Grundlage des zarathustrischen Glaubens dar. In Yasna 30, im dritten und vierten Vers lesen wir:

»Nun zu diesen beiden Mainyus (minds/spirits/thoughts), die am Anfang in Gedanken wie Zwillinge wahrgenommen wurden und in Überzeugung erschienen: Die eine ist der Ursprung des Guten (avestisch Spenta mainyu) und die andere des Übels (avestisch Angra Mainyu) im Denken, Reden und Tun. Der Weise entscheidet sich zwischen diesen beiden für das Gute, der Unwissende aber tut dies nicht. Als diese beiden Weltanschauungen zusammentrafen, entstanden das Leben und der Verderb ... .«

Ahura Mazda bezeichnet begrifflich den Gott der himmlischen sowie der irdischen Welt. Ahura bedeutet „Leben” und Mazda „Weisheit”. Ahura Mazda ist Herr des Lebens und der Weisheit. Nach den Gathas ist Ahura Mazda das Absolute, das Perfekte, der übergeordnete Geist, die Essenz des Seins, die erste Ursache, der Schöpfer (Y. 44.3), der Bewahrer (Y. 44.5), die Quelle des Guten, die erhabene Weisheit, das Wesen der Wahrheit, der Inbegriff der Gerechtigkeit, die konstruktive Macht, das ewige Gesetz, das Unveränderliche, die ultimative Realität, und der einzig Anbetungswürdige.

Zarathustra präsentierte Gott als moralische Vollkommenheit, dieser Gott soll geliebt und nicht gefürchtet werden. Ahura Mazda ist ein gerechter und kein rachsüchtiger Gott. Er ist der Urheber von allem, was gut ist, und von allen guten Dingen. Zerstörung geht nicht von ihm aus. Dies impliziert NICHT, dass ein Ur-Zerstörer existiert. Gut und Böse in zarathustrischer Tradition repräsentieren die Moral und nicht einen kosmischen Dualismus. Nichts kann vom monotheistischen Charakter des Zarathustriertum ablenken; nichts kann die Tiefgründigkeit des moralischen Dualismus in diesem Glauben herabsetzen.

Der kosmische Dualismus (nicht der moralische), der sich in der jungen „zarathustrischen Literatur“ Jahrtausende nach dem Tod Zarathustras widersprüchlich zu den Gathas entwickelte, ist dem Geiste des Zurvanismus entsprungen, in der die philosophische und metaphysische Welt von zwei Mächten beherrscht wird; Ahura Mazda und Ahriman (mittlepersische Form von Angra Mainyu). Der eine ist der Gott des Guten und der andere der des Übels. Im Gegensatz zum Zarathustriertum ist im Zurvanismus, einst im Gedanken wahrgenommene und in Überzeugung erschienene, Angra Mainyu „destruktiver/böser Gedanke/Geist“ zum Schöpfer des Bösen und zum direkten Gegner Ahura Mazdas aufgestiegen.

5Wie heißt das heilige Buch der Zarathustrier?

Zwar gilt allgemein das Avesta als das heilge Buch der Zarathustrischen Religon. Doch nur die Gathas stammen von Zarathustra selbst. Die Gathas sind die Grundlage der Lehre Zarathustras und der Kern des Zarathusthriertums. Als zarathustrisch gilt nur das, was mit den Gathas im Einklang steht.


Die Gathas sind ein Teil des Yasna, der ältesten der Fünf Abschnitte des Avesta: Yasna, Vendidad, Visparad, Yascht und Khorde-Avesta.
6Kann man den zarathustrischen Glauben auch als Nichtiraner annehmen?

» … O Mazda, gib uns die Kraft, die uns befähigt, durch Verbreitung Deiner Botschaft, die guten Gedanken zu fördern, die Menschen zu leiten und glücklich zu machen.« (Y. 29,7)

Zarathustriertum ist keine exklusive Religion und nur für ein bestimmtes Volk. Zarathustras Botschaft ist zu verstehen als die Realisierung des Daseins und ein Weg zur Selbsterkenntnis, die unabhängig von jeder kulturellen Tradition den Weg zu vernünftigem Handeln, zur Freiheit und zur Glückseligkeit der Mensch ebnen soll. Zarathustra wollte, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft, Zugehörigkeit oder Rasse die Gnade Gottes in Anspruch nehmen kann, wenn er nur "Gutes Denken", "Gutes Sprechen" und "Gutes Tun" würde. Der Aufruf Zarathustras ist eine Herausforderung, dass sich Menschen auf der ganzen Welt gegen Lug und Trug aufbäumen. Man muss die zarathustrischen Grundsätze als Lehrsätze des Lebens bezeichnen, die überall und für jeden Menschen jederzeit ihre volle Gültigkeit haben.